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Predigt zum Sonntag "Kantate" 02.05.2021

Gottesdienst am Sonntag Kantate, 2.5.2021 in der Emmauskirchengemeinde, Hagen Gnadenkirche mit Predigt über: Glaubensbekenntnis 3. Artikel
Pfr. Harald Schieber

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen Amen.

Liebe Schwestern und Brüder in Jesus Christus

Der für heute von mir gewählte Predigttext ist der 3. Artikel unseres apostolischen Glaubensbekenntnisses:

Ich glaube an den Heiligen Geist, die Heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen.

Herr segne mein Reden und unser Hören. Sei bei uns in dieser für alle Menschen dieser Welt so schwierigen Zeit. Amen
Nachdem wir vor 4 Wochen zum ersten Glaubensartikel, Gott als Vater gehört haben und vor 2 Wochen zum 2. Artikel, Gott als Sohn Jesus Christus ist heute der 3. Artikel Thema,

Ich glaube an Gott den Heiligen Geist
Wer oder was ist dieser Heilige Geist? Nun die ersten Zeugen beim ersten christlichen Pfingstfest haben Zungen zerteilt, wie von Feuer gesehenen ein Brausen gespürt. Bei Jesu Taufe durch Johannes im Jordan war es eine Taube. Und noch heute ist die Taube für viele Christen das Symbol für den Heiligen Geist. Wenn wir heute manchmal sagen der Geist von, weißt du noch, Woodstock zum Beispiel, dann erinnern wir uns an eine Stimmung, Aufbruchstimmung meistens, die uns oder andere erfasst hat und bewegt hat. Und so war es auch an jenem ersten Pfingsttag. Der Heilige Geist hat die Jüngerinnen und Jünger ergriffen, fast körperlich, und befähigt von dem auferstandenen Jesus zu reden und zu predigen. Und das haben sie auch nicht sein gelassen, als man sie Gefangennahme, quälte und hinrichtete. Diese Kraft war stärker und wichtiger als alle Römer oder Machthaber dieser Welt. Das zu leugnen oder zu widerrufen, wäre schlimmer als der qualvollste Tod. Deswegen feiern wir diesen Tag als Geburtstag der Kirche. Auch wegen der 3000 Taufen, die infolge der Pfingstpredigt des Petrus möglich wurden.
Und jetzt wird es grammatisch spannend. In der deutschen Übersetzung jedenfalls der evangelischen Version, heißt es: die Heilige christliche Kirche.
Wenn man auf die Kommata und den lateinischen Satzbau schaut, heißt der Satz: Ich glaube die heilige allgemeine Kirche. Denn das ich glaube an ist Gott Vater Gott Sohn und Gott dem heiligen Geist, als unserem Gott vorbehalten. Das kürzest mögliche Glaubensbekenntnis hieße also: Ich glaube an Gott. Punkt. Weil wir aber Gott in dreifacher Weise, nämlich als Vater, als Sohn und als heiligen Geist erlebt haben, haben wir drei Artikel und in jedem wird der jeweilige Aspekt noch etwas näher erläutert. Das, was sich an den Heiligen Geist anschließt, hat mit dem Heiligen Geist selber nur mittelbar etwas zu tun.
Also, als Einzelsatz gesprochen hieße es:
Ich glaube die Heilige christliche Kirche
Richtiger müsste es heißen: Ich glaube die Heilige allgemeine Kirche. Nun das #Wort allgemein, das in der lateinischen Grundfassung steht heißt catholic. Und so bekam die christliche Kirch schon bald ihren Namen katholische Kirche. Später als dann der Streit mit dem östlichen Teil der Kirche und noch später der Streit mit Luther kam, änderte sich der Name in römisch katholische Kirche. Deshalb beten die katholischen Geschwister auch: Ich glaube die heilige katholische Kirche
Das könnten wir eigentlich auch, wenn da die Gefahr der Verwechslung der allgemeinen weltweiten Christenheit mit der römisch katholischen Kirche nicht wäre. Deshalb heißt es in unserer evangelischen Fassung heilige christliche Kirche.
Der nächste Satz den wir glauben, man bemerke: nicht an den wir glauben, ist die
Gemeinschaft der Heiligen
Wieder so etwas leicht Missverständliches. Ist damit der Heilige Franz von Assisi, oder die Heilig gesprochenen Päpste x y und z oder einer der anderen Heiligen im katholischen Kalender gemeint. Es könnte sein, das einige katholische Geschwister so denken, aber ich hoffe dass es auch unter meinen katholischen Kollegen welche gibt, die das gelegentlich so erklären, wie es die Verfasser des Bekenntnisses gemeint haben. Es sind nämlich die von Gott geheiligten Menschen gemeint, also alle, die sich zu hm halten, die seinem Sohn Jesus Christus nachfolgen. Und auch hier wieder. Ich glaube die Gemeinschaft der von Gott geheiligten, also unsere weltweite christliche Gemeinschaft alle Konfessionen und Denominationen. Meint im Klartext: Ich bin überzeugt, dass es diese weltweite Gemeinschaft der von Gott geheiligten gibt. Nicht mehr und nicht weniger.
Weiter gehts mit:
Ich glaube die Vergebung der Sünden
Das ist das, was uns Christen von allen Andersglaubenden unterscheidet. Unser Gott ist bereit und tut es auch, uns Allen, alle unsere Sünden zu vergeben. Wir bekommen von ihm das weiße Kleid der reinen und Unschuldigen angezogen, wenn wir uns seiner Herrlichkeit nähern dürfen. Kennen Sie, kennt Ihr das grenzenlose Gefühl der Erleichterung, das sich einstellt, wenn einem mir eine eine große Dummheit, die ich begangen habe vergibt und mir nicht mehr böse ist, obwohl ich ihm oder ihr damit sehr weh getan habe?
Ich kenne diese Erleichterung, weil ich sie schon das eine oder andere Mal erfahren durfte. Und wie ich mich auf den Zeitpunkt freue, wo Gott mir alle meine Sünden, die Kleinen, die Großen, die unbeabsichtigten, die unbemerkten und alle anderen auch, vergeben wird und mich spüren lassen wird, wie sehr er sich freut, dass ich nach Hause gekommen bin.
Der letzte Satz des Glaubensbekenntnisses ist:
Ich glaube die Auferstehung der Toten und das ewige Leben
Ich glaube wirklich, dass wir alle auferstehen und ewig bei Gott leben dürfen. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Gottes großes Geschenk an uns alle ist. Mit dem Tod ist nicht alles aus, nein viel besser, alles wird besser. Wir werden in Gottes Nähe kommen und dort ohne alle körperlichen Einschränkungen in ewigem Frieden bei ihm sein dürfen. Gut, der Preis dafür ist der Tod unseres Leibes. Dass das etwas Schreckliches sein kann, haben wir grade erst diese Woche erlebt. Ein Familienvater, uns bekannter Mitarbeiter des CVJM ist im Alter von 54 Jahren recht plötzlich verstorben. Er wird uns und natürlich seiner Familie ungeheuer fehlen. Das einzige, was da meiner Meinung nach trösten kann, ist die Gewissheit, dass er auferstehen und ewig leben und für immer bei Gott sein darf. Das ändert an der Katastrophe für die Familie und alle, die ihn kannten und mochten, nur wenig, wenn überhaupt, aber langfristig kann allein dieses Wissen trösten, davon bin ich überzeugt.
Und dieser Schlusssatz des Glaubensbekenntnisses bringt mich tatsächlich in die Stimmung des heutigen Sonntags Jubilate. Eigentlich hätte ich gerne mit etlichen von ihnen hier in der Gnadenkirche „Du meine Seele singe“ singen und damit Gott die Ehre geben wollen, aber so ist es nun mal. Ich stehe hier alleine und Sie und Ihr sitzt zuhause und hört zu. Aber irgendwann wird sich auch daran wieder etwas ändern. Irgendwann, spätestens wenn wir in seiner Herrlichkeit sind, werden wir ohne Ende jubeln und Gott loben, vielleicht ja auch schon etwas eher.
Amen.

Und der Friede Gottes, welcher alles menschliche Denken übersteigt, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen.



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